Transcription
Hallo, hier ist die Bibliothek 23 und heute mal eine fröhliche Nachricht mit den ganzen schulischen Geschichten.
Ich meine, es ist sehr schwierig gewesen mit Selbstständigkeit, weil meine Mutter dann auch ein bisschen ängstlich war und gesagt hat,
ja, wenn, ja, da hat man dann immer so als Lehrer gefragt, jo, wie wärs denn mal, wenn Sebastian den Weg lernen könnte.
Ja, und die war dann durch Fahrdienste und die war schon voreingenommen und oh Gott, da kann ja so viel passieren.
Ja, und dann ist in mir natürlich der Gedanke so aufgekommen, jo, bei Mutti ist es natürlich am besten und wie auch immer und keine Ahnung,
was natürlich nicht immer so gestimmt haben muss.
Ja, und auch so mit Freunden treffen hat sich natürlich schwierig erwiesen, weil ich musste überall hingefahren werden.
War also nicht der Selbstständigste und natürlich auch ein langsamer Lerner, bin ich immer noch und das ersperrt mir dann doch auch jetzt auf der Arbeit einiges sehr viel.
Es gibt bei uns ein Bandprojekt, wo ich drin spiele.
In der Bahner Straße 16, ein soziales, also ein Netzwerk für behinderte und nichtbehinderte Menschen,
die aber anstatt Werkstattarbeiten Musik machen und bildende Kunst, also halt richtig mit Videotheater und einmöglichen Kram.
Und da habe ich dann auch das Problem, dass ein Mensch mit einer Einschränkung sagt, oh, ich möchte für den nächsten Auftritt am Schlagzeug sitzen.
Also ich versuche, an die Hunde zu spielen.
Dann werde ich eben auch mal üben.
Ja.
Dann wurde auch vercheckt, dass es letztens Vatertag ist.
D.h. wir hatten keine Möglichkeit mehr als komplette Band zu üben, wir üben nur einen Tag in der Woche, nämlich den Freitag und weil da die Honorarkräfte am besten können.
Und in der restlichen Woche sind die Leute eben nicht da.
Ja, auf der, auf unserer Arbeit.
Ja, die können, also kennen also unsere Musikpapiere und können das dann auch nicht so gut.
also unsere ganzen Abläufe dicht. Das heißt, dann wird irgendwie eine Mail an die Chefin geschrieben,
ja, guck mal, dass der Schlagzeuger auch richtig übt oder so.
Und dann heißt es, ja, nee, das ist eure Aufgabe und dann wird die Verantwortung hin und her geschoben.
Und dann habe ich auch gesagt, nee, dann müsst ihr euch dann drum kümmern.
Und dann, oder vielmehr habe ich dann gesagt, dass ich ein bisschen Sorge habe,
dass der Drummer das dann vertagt, weil er auch ein bisschen Gedächtnisschwierigkeiten hat und so weiter.
Und der kommt dann, wir kommen dann alle alles ein bisschen aus diesem Werkstattding nach dem Motto,
wir machen halt das, was man uns so sagt.
Und dann kommt aber die Chefin und sagt, ihr könnt ja auch mal selbstständig,
aber wir sind schon so ein bisschen verheiratet.
Ja, ja, ja.
Wir sind schon so in diesem Ding drin von der Werkstatt,
dass wir eben manchmal eben nicht selbstständig uns Aufgaben suchen können.
Also einige von uns, nicht alle, ich schon, aber einige halt auch nicht.
Ja, sowieso hat er mir gesagt, ich soll das machen oder so.
Ja, und dann wird es sich sehr schwer getan, damit einfach mal eigene Sachen zu suchen.
Und ja, und das ist dann natürlich irgendwie sehr schwierig und dann wird dann mal das,
ja, der und der hat aber gesagt, ich soll das und das machen.
Und dann wird immer das als Argument genommen und ja.
Oder unser ehemaliger Chef hätte jetzt so und so das so und so gehandhabt,
obwohl der schon ewig nicht mehr da ist.
Das ist halt schon, wir arbeiten halt seit Ewigkeiten in diesem Proberaum ohne Fenster irgendwie und ja.
Wenn man da jetzt, wenn da jetzt jemand kommt,
und möchte das komplette System auf einmal ändern,
dann ist das für einige Leute richtig schwierig oder fast schon unmöglich,
weil es halt nicht gewohnt ist, ne, so.
Ja, und dann haben wir das letzten Endes hinbekommen,
dass der Schlagzeuger für eine halbe, dreiviertel Stunde üben konnte.
Aber das ist auch, wie gesagt, in der, nicht außerhalb der Schule, auf der Arbeit,
gibt es auch Stolpersteine und ja, wenn dann unsere Band,
also Leiter haben wir ja gar nicht, aber unsere Band,
Leute, die, wo man so denkt, jo, die sind im höheren, im stärkeren Hebel,
sag ich mal, wenn man dann so denkt, jo, was die sagen, ist Gesetz, so nach dem Motto.
Wenn die aber dann nichts sagen und man dann selber klarkommen muss,
so nach dem Motto, ja, guck mal, dass du übst und,
wir wollen, dass du fit bist oder so und ja,
da haben wir dann auch private Sachen mit, mit irgendwelchen Müttern,
irgendwie die dann sagen, wieso, ihr habt aber in der Mail geschrieben,
ihr übernachtet im Hotel und nicht in der Künstlerwohnung, was soll denn das?
Also so richtig komische Argumentationen, da denke ich so,
das ist unser Job und das kann dir doch als Mutter scheißegal sein,
Hauptsache der Sohn kommt abends oder,
oder die Tochter kommt dann abends in der Nacht wieder wohlbehalten zurück und so, ne.
Oder dann du darfst kein Bier trinken oder bla, also, ach, keine Ahnung,
alle möglichen Sachen gibt es da, wo ich dann so denke, ja, nee,
also da bin ich wahrscheinlich noch gut davon gekommen,
aber es gibt vielleicht Leute, die haben es nicht leichter
und nur weil die eben ein bisschen Gedächtnisschwierigkeiten haben,
wird da gleich alles gesagt, du hältst die, nach dem Motto,
alles übernommen, nach dem Motto, du hältst die Klappe, das mache ich.
Ja, es ist schon, wenn man das so mitbekommt und er sagt dann,
derjenige sagt dann immer, jo, kann ich doch nicht für,
wenn meine Mutter das so sagt, ist das so und fertig.
Da habe ich auch gesagt, Jung, wie alt bist du eigentlich?
Aber das gibt es natürlich dann leider auch schon in der Schulzeit
und das ist dann sehr oft bei uns, mir ist in Deutschland aufgefallen,
dass es halt so ist.
Solche und solche.
Und wenn die Leute eben von vornherein bei Mutti aufgewachsen sind als Kind
und die ganze Zeit und man dann irgendwie sowas zu hören bekommt,
mein Sohn kann das aber nicht oder meine Tochter kann das aber nicht,
weil blind oder wie auch immer, das ist dann schon ein bisschen blöd.
Genau.
Ich wünsche euch was.