Transkrypcja
Ja, ich äußere mich auch mal zum Thema Blindenstock.
Ich habe auch einen.
Muss ich auch benutzen.
Speech mode off.
Muss ich auch benutzen, weil es herrscht ja Kennzeichnungspflicht.
Was ich auch wieder absolut nicht mag, dieses Wort.
Kennzeichnungspflicht.
Gekennzeichnet.
Und ein Zwang, wenn man jetzt aber sagt, nö, möchte ich nicht, auf eigene Gefahr dann.
Oder eben man wird zurechtgewiesen durch die Mobilitätstrainer und im schlimmsten Fall zahlt dann auch keine Krankenkasse, wenn du einen Unfall baust.
Weil du warst ja nicht gekennzeichnet.
Ich sehe das Thema Blindenstock mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Mit einem lachenden Auge deshalb, weil es natürlich ein großer Schritt in die Selbstständigkeit ist.
Ich kann mich erinnern, als ich jung war, als ich ein Kind war.
Da habe ich immer zu den Leuten aufgeschaut, die schon mit Stock gehen durften.
Aber uns wurde auch gezeigt, wie man ohne Stock sich zurechtfinden kann.
Klar, in solchen überfüllten Straßen oder Stadtteilen ist es natürlich besser, mit Blindenstock zu gehen.
Aber sowas wie Aufmerksamkeitsfeldern.
Ob man oft schon mit den Füßen war.
Und wenn man jetzt weiß, okay, ich bin jetzt hier und dort unterwegs und hier ist nicht viel los.
Und ich weiß, ich höre die Straße rechts, ich höre die Häuserfront links.
Dann fällt es mir oft auf, dass ich meinen Stock einfach hochnehme.
Weil ich einfach weiß, hier ist nichts.
Ich habe die Wahrnehmung.
Ich habe die Wahrnehmung von der Mauer und ich habe die Wahrnehmung von der Straße.
Und was mir ganz dolle auffällt, man nimmt eigentlich den Menschen mit Sehbehinderung oder den blinden Menschen,
man nimmt ihnen ein Stück Sicherheit anstelle, dass man es ihnen gibt.
Warum sage ich das?
Wie viele hier schon gesagt haben, wenn sie keinen Stock haben,
sind sie aufgeschmissen.
Auf der Straße oder in der Nähe vom Zug, vom Bahnhof mag das richtig sein.
Oder auch auf großen Flächen, wo es keinerlei Leitlinien gibt.
Aber ich finde es persönlich falsch, sich nur auf den Stock zu verlassen.
Denn man hat sich ja auch nicht auf den Stock gehalten.
auch noch andere Sinne. Das ist für mich jetzt auch ein großes Thema, weil ich mich sehr auf
meinen Stock verlasse, auf meinen Stock verlassen habe und ich dann gesagt habe, nee, ich nutze zum
Beispiel nicht nebenher meine Hände oder meine anderen, also meinen Tastsinn jetzt noch weiter,
außer vielleicht das Gehör noch, weil für mich ausschlaggebend der Stock war und ist. Und das ist
genau die Krux an der Geschichte, weil es gibt auch noch so viele andere Möglichkeiten, wo man sich
orientieren kann. Zum Beispiel, wenn ich weiß, links neben mir ist eine Häuserfront und ich weiß, an einem
Stromkasten oder an einem Foss, da ist ein Stromkasten, da ist ein Stromkasten, da ist ein Stromkasten, da ist
ein Stromkasten, muss ich mich ausrichten. Dann muss ich mit den Händen fühlen, wo ist dieser Pfosten, wo ist
dieser Stromkasten. Klar sehe ich das auch mit dem Stock, aber der Stock kriegt zum Beispiel nicht mit, ob in
Schulterhöhe ein Briefkasten ist, wenn unten kein Standfuß ist. Der Stock kriegt nicht mit, ist da jetzt ein
Stück Mauer, was überhalb der Stockspitze raussteht.
Ja, das kriegt der Stock nicht mit, aber das kriegt die Hand mit und das kriegt, kriegt man spätestens mit, wenn man rumst dagegen rennt. Ja, und das macht Aua. Und das macht wiederum den Eindruck, oh, ja, typisch blind, hat sie ja nicht gesehen. Wofür hat sie eigentlich ihren blinden Stock? Solche Sachen.
Ich finde, dass der Stock zwar in einer Weise Sicherheit gibt, ja, in bestimmten Situationen ist das so. Wie gesagt, zum Beispiel auf dem Bahnhof, in der Straßenbahn oder halt, wenn man auf die Straße geht oder über die Straße geht.
Ich finde aber, dass man genug Zeit haben sollte, um sich zu verhalten.
Sollte. Und nicht außer Acht lassen. Sollte. Dass man. Ja, wie sag ich das? Ich finde, man sollte den Kindern zwar sagen, ja, die Möglichkeit, mit dem Stock zu kähen, gibt es.
Es gibt aber auch andere Möglichkeiten und die sollte man den Kindern von klein auf.
Aufzeigen, so wie man das eigentlich bei mir gemacht hat. Nur, man hat zu früh damit aufgehört. Ich musste mit, ja, sieben, acht Jahren habe ich angefangen, mit dem Stock zu gehen.
Und für mich war das schwierig. Ich musste das in der Blindenschule lernen. Und ab dann waren die anderen Möglichkeiten, die ich vorher gelernt habe.
Und ich musste das auch. Ich musste mit, ja, sieben, acht Jahren aufhören. Und ab dann war das schwierig. Ich musste mit, ja, sieben, acht Jahren aufhören.
Und ab dann war das schwierig. Ich musste mit, ja, sieben, acht Jahren aufhören. Und ab dann waren die anderen Möglichkeiten, die ich vorher gelernt habe.
Also, ich muss mich aufhören.
Das heißt, Handläufe. Das heißt, welchen Trick gab es noch? Ein Fuß auf die Grünfläche, ein Fuß auf den Steinplattenweg.
Damit wir die Leitlinie hatten. So kann man auch ohne Stock gehen.
oder einen Fuß auf der Straße, einen Fuß auf dem Gehweg.
Das geht natürlich nur, wenn die Straße nicht sonderlich gut befahren ist
oder die Autos nicht so dicht auffahren, aber heutzutage fahren sie ja wie die Idioten.
Sowas ging zum Beispiel, ja.
Oder wenn man sagt, hier rechts ist die Straße, du hörst die Straße, rechts sind Autos
und links hast du eine Häuserfront.
Und warum benutzt man nicht die Hand und geht links an der Häuserfront entlang?
So, wenn die Häuserfront aufhört und man muss um die Ecke, geht man einfach an der Wand weiter entlang.
Oder wenn man jetzt sagt, okay, die Häuserfront ist vorbei, wir müssen aber weiter geradeaus,
dann kann man den Stock einsetzen, man kann aber auch versuchen, mit dem Gehör zu arbeiten.
Wie lange ist denn jetzt die...
...die Auffahrt oder die Einfahrt?
Da hilft zum Beispiel dieses Klicksonar weiter.
Oder...
...oder...
Es gibt so viele Möglichkeiten, wie man sich das akustisch hörbar machen kann,
dass einen die Leute dann blöd angucken.
Tja, dafür ist man dann nicht selber verantwortlich, das ist deren Problem.
Und wenn die Leute fragen, warum tust du das oder warum tun sie das?
Ja, ich bin blind.
Und da ist es zum Beispiel schön frech, wenn man eine Armbände trägt oder ein Pin mit den drei Punkten.
Dass die Leute das natürlich auch mitkriegen.
Blindenstock ist eine Sache.
Wer jetzt die anderen Sachen nicht benutzen möchte oder nicht benutzen kann oder nicht benutzen darf aus irgendeinem Grund heraus,
für den mag das sicher so richtig sein.
Ich finde aber, man sollte den Kindern oder den Jugendlichen auch aufzeigen,
hey, du hast auch noch andere Möglichkeiten, dich zu orientieren.
Du darfst, du sollst und du musst dich auch nicht...
...nur...
...auf den Blindenstock verlassen.
Manchmal fände ich es schön, mal ohne Stock zu laufen.
Alleine ohne Stock zu laufen.
Ich spüre die Blicke anderer Menschen und die sind manchmal ziemlich bohrend.
Wenn du an anderen Menschen vorbeigehst und die gucken dich an.
Auf der anderen Seite signalisiert der Stock natürlich, du brauchst Hilfe.
Wenn ich ins Geschäft gehe ohne Stock, also wenn ich jetzt ins Geschäft gehen würde ohne Stock,
die Leute würden mir nicht helfen.
Die würden mich...
Wenn ich sage, ich bin blind, ich brauche eine Einkaufshilfe.
Tok, tok.
Hier, Vogel zeigen.
Da ist der Blindenstock schon eher hilfreich, weil die Leute dann verstehen, du bist wirklich blind, du brauchst Hilfe.
Ähm...
Auf der anderen Seite...
...finde ich, sollten aber auch Leute sensibilisiert werden, was für Blinde überhaupt alles möglich ist.
Jetzt nicht nur auf der Seite von der Orientierung her, sondern auch von der technischen Seite her.
Es wissen einfach zu wenige.
Ich werde häufig angesprochen, ja, wie kannst du denn dann schreiben, wenn du blind bist, ne?
Also das Wissen einfach zu wenige, dass es so viele technische Möglichkeiten heutzutage gibt.
Auf der anderen Seite finde ich es falsch, sich alleine...
...auf die technischen Hilfsmittel zu verlassen, weil der natürliche Instinkt oder das natürliche Empfinden für die Umgebung verloren geht.
Das ist meine Meinung.
Würde mich mal interessieren, was ihr dazu denkt oder was ihr davon haltet, was ihr darüber denkt.
Vielleicht hat euch das zum Nachdenken...
...angeregt.